Stein- reich… wir machen weiter!

Unter dem Titel „(Leider nur) Stein- reich“ haben wir im Herbst angekündigt, dass wir für die Kirchen, Gemeindehäuser, Kindergärten und andere Immobilien unserer Katholischen Kirche neue Nutzungskonzepte suchen müssen. Nun hat der Gesamtkirchengemeinderat nächste Schritte dazu in die Wege geleitet:

Am Anfang muss immer die Frage stehen: Was ist unsere Aufgabe als Katholische Kirche Esslingen? Wie wollen wir auch in Zukunft das Evangelium leben und verkünden und für die Menschen da sein?

Dann die Frage: Wie können wir das tun, auch wenn wir dazu weniger Menschen im pastoralen und ehrenamtlichen Team, weniger Geld und weniger Gebäude haben werden? Und dann erst die Frage: Welche Gebäude brauchen wir für unser Leben und unsere Angebote als Katholische Kirche Esslingen, welche nicht. Deshalb wird sich zunächst eine Arbeitsgruppe „Pastoral“ zusammenfinden, die bis zum Herbst Eckpunkte für unser kirchliches Leben in den kommenden Jahren erarbeiten wird.

Wir fangen nicht bei Null an: Vor rund 10 Jahren wurde eine Vision für die Seelsorgeeinheit Esslingen erstellt: „Gemeinsam unterwegs – mit Leidenschaft für Gott“. Nun soll nochmals geprüft werden, welche Leidenschaften stecken in der jeweiligen Gemeinde? Welche Talente sind dort in den Gemeinden unterwegs? Welche Schwerpunkte gibt es und was benötigt man an Gebäuden, damit dort diese Dinge erhalten und gefördert werden können? Sind Kooperationen mit anderen Gemeinden oder Partnern möglich? Daraus entsteht ein Pastorales Konzept. Parallel dazu wird dann auch geschaut, welche Gebäude braucht es für dieses Konzept und wie kann auch das Haus der Katholischen Kirche dann ganztägig mit Leben erfüllt werden?  Nur so kann es ein zentraler Anlaufpunkt in der Innenstadt werden. Natürlich müssen sich die Gremien bei einem Immobilienkonzept auch Gedanken machen, welche Gebäude können wir sinnvoll in eine Nachnutzung überführen, denn alle Gebäude werden wir langfristig nicht behalten können. Wir schrumpfen als Gemeinden und damit auch die Finanzmittel und Menschen, die sich begeistern. Die Lasten auf den einzelnen Schultern werden größer. So entsteht ein tragfähiges Pastoral- und Immobilienkonzept für das wir dann auch die Genehmigung in Rottenburg erhalten und endlich die Baufreigabe erteilt werden kann.

Dann werden wir in Kirchengemeinderäten und Gesamtkirchengemeinderat klären, ob wir daraus bereits im Herbst klare Aussagen über die künftige Nutzung, veränderte Nutzung oder Aufgabe einzelner Gebäude ableiten können. Und was daraus für unser Bauprojekt „Haus der Katholischen Kirche“ am Marktplatz folgt. Denn von einem Gesamtkonzept für die Immobilien der ganzen Stadt hat unsere Diözesanleitung bei einem Gespräch in diesem Frühjahr auch die weitere Genehmigung des Umbaus abhängig gemacht. Wir werden also auch in den nächsten Monaten noch mit leeren Räumen im ehemaligen EZ- Gebäude leben müssen – abgesehen von der Wohnung unterm Dach, die Pfarrer Jobin George als vorübergehende Dienstwohnung bezogen hat.

Doch nicht nur deshalb wollen wir die nächsten Schritte angehen: Wir wollen vor veränderten Zeiten nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern aktiv werden. Noch haben wir die Möglichkeit, selbst die Veränderungen mitzugestalten. Wir haben eine Vision – füllen wir diese gemeinsam mit Leidenschaft. Machen Sie mit: Fragen Sie Ihre Kirchengemeinderät*innen und bringen Sie Ideen mit ein. Schreiben Sie Leserbriefe in KatholischES.

Beton ist starr, kalt und grau – wir als Gemeinde aber können die Vision zum Blühen bringen. Seien Sie dabei!

 

Matthias Vetter und Stefan Möhler